Drei Tage nach dem Release herrscht auf PlayStation eine Mischung aus Neugier und Skepsis. Zum ersten Mal in der Franchise-Geschichte läuft ein waschechtes Halo-Spiel auf einer Sony-Konsole, und viele Spieler wissen noch nicht recht, was sie davon halten sollen.
Die Wertungen fallen je nach Plattform unterschiedlich aus. Während die Xbox-Version bei Metacritic auf rund 84 Punkte kommt, liegt die PS5-Fassung bei 81. Kritiker loben die Kampagne zwar, PS5-Besitzer bekommen aber offenbar nicht ganz dieselbe Erfahrung.
Genau hier wird es spannend: Digital Foundry hat beide Konsolenversionen verglichen und dabei einen Stotterbug in den Cutscenes entdeckt – allerdings nur auf Xbox Series X/S. Die PS5-Version bleibt davon verschont, und auf der PS5 Pro läuft das Spiel laut den Testern sogar am saubersten von allen Konsolenfassungen. Ausgerechnet Sonys Hardware wird so zur besten Adresse für ein Xbox-Flaggschiff!
Probleme auf der Standard-PS5
Auf der Basis-PS5 sieht die Sache allerdings anders aus. DualShockers berichtet von spürbaren Leistungseinbrüchen, die den optischen Glanz des Spiels an manchen Stellen deutlich schmälern. Wer keine Pro-Konsole besitzt, spielt damit eine spürbar andere Version als Xbox- und PS5-Pro-Nutzer.
Ganz ohne Reibung geht der Umstieg auch technisch nicht über die Bühne. Wer auf PlayStation spielen will, muss zwingend ein Microsoft-Konto samt Xbox-Gamertag verknüpfen und durchgehend online bleiben – selbst für die reine Solo-Kampagne. Ohne Verbindung öffnet sich nicht einmal das Menü. Auf Xbox entfällt dieser Umweg naturgemäß, was den Unterschied für PS5-Spieler umso sichtbarer macht.
Wie sich das Ganze anfühlt, bringen mehrere Redakteure auf den Punkt. GameSpot sowie Kotaku beschreiben unabhängig voneinander, wie ungewohnt sich PlayStation-Trophäen und die dortige Tastenbelegung bei einem Xbox-Urgestein anfühlen.
Trotzdem bleibt am Ende ein Kernsatz übrig, den auch Skeptiker teilen: Es ist eben immer noch Halo, und das reicht vielen offenbar aus.
PlayStation-Anteil sehr gering
Die nackten Zahlen zeichnen dennoch ein durchwachsenes Bild. Laut Branchenbeobachter Mat Piscatella griffen am Launch-Tag rund acht Prozent der aktiven Xbox-Nutzer zum Spiel, auf PlayStation waren es gerade einmal ein Prozent. Eine Push-Square-Umfrage unter PS5-Spielern bestätigt das gemischte Bild. Mehrere Stimmen dort geben an, dass ihnen das Halo-Universum grundsätzlich fremd bleibt oder dass der fehlende Multiplayer-Modus ihnen den Kauf unterbunden hat.
Für PlayStation-Spieler bleibt unterm Strich ein spannendes Experiment: technisch überraschend stark auf der Pro-Konsole, holpriger auf der Basis-PS5. Außerdem mit ein paar Stolpersteinen beim Login, die es auf Xbox nicht gibt. Löst Halo Studios das nicht per Patch, bleibt der stärkste Kritikpunkt ausgerechnet einer, der mit dem Spiel selbst gar nichts zu tun hat.